Was bedingt eigentlich die Sprachentwicklung beim Kind?

Die Sprachentwicklung steht im engen Zusammenhang mit der Bewegungsgeschicklichkeit. Sowohl der grobmotorischen Geschicklichkeit, die das Vestibularorgan immer mit trainiert, als auch der feinmotorischen Geschicklichkeit der Finger. Auch das Hören ist für die Sprachentwicklung unerlässlich.
Die Primärfunktionen des Menschen, die Mundfunktionen Saugen, Schlucken, Beißen, Schreien, müssen gut ausgebildet sein, damit sich die Sekundärfunktion Sprache überhaupt entwickeln kann.

Das Hören und der Gleichgewichtssinn

„Unser Körpergefühl" sagt der Klangforscher A. Tomatis, „ hängt direkt mit dem Ohr zusammen." Das liegt daran, dass sich das Hörorgan gleich neben dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr befindet. Sie bilden hier eine Einheit, denn der Nerv des Gleichgewichtsorganes ist mit dem Nerv des Hörorgans vereint. Alles, was den Gleichgewichtssinn herausfordert, stimuliert unseren Hörsinn und regt die Fähigkeit zur Sprache und Sprechen an.

Gehörtes verinnerlichen

Kleine Kinder haben ein besonders empfindliches Hörvermögen, sobald sie sich in ihrem Innersten angesprochen fühlen, sind sie bereit, Gehörtes zu verinnerlichen. Körperhaltung und Gehör stimmen sich unmittelbar aufeinander ab. Befindet sich ein Kind in einer Situation aufmerksamen Hörens, dann richtet sich seine Gestalt auf.
Kinder lernen über alle Sinne. Sie erleben ihre Umwelt, sie explorieren die ersten Jahre mit den Händen und dem Mund die Welt der Gegenstände. Sie bekommen ihre Erfahrungen über konkretes Erleben, sie begreifen mit Hand und Mund, um dann die Informationen im ZNS zu speichern.

Hand und Mund nebeneinander im Gehirn

Die Hände und der Mund liegen auf dem motorischen Cortex im Gehirn nebeneinander. Sie bedingen einander in ihrer Entwicklung. Schon A. Jean Ayres wies darauf hin, dass das Fühlen und exakte Dirigieren zusammenhängender Hand- und Fingerfunktionen eng mit der Sprachentwicklung gekoppelt sind.

Bewegen-Fingerfertigkeiten-Sprechen

Jedes kleine Kind braucht reichlich Gelegenheit seine Finger zu betätigen. Dadurch wird die Sprachfähigkeit am besten gefördert. Anhand der Fingergeschicklichkeit, lässt sich der Stand der Sprachentwicklung ablesen.
Fazit: Verzichten wir also auf teure Früh- Leseprogramme in den ersten Lebensjahren unserer Kinder. Die Denk und Sprachfähigkeit unserer Kinder wächst, indem sie selbst tun, erleben und erfahren dürfen. Sprechen und Tätigkeit ist hier das Beste, denn dabei haben sie auf natürliche Weise Gelegenheit, auch mit den Fingern in Aktion zu kommen.