Stottern bei kleinen Kindern- was ist zu tun?

Wenn kleine Kinder stottern, sollten Eltern sofort ihren Kinderarzt kontaktieren und einen Termin bei der Logopädin ausmachen. Stotternde Kinder müssen immer sofort behandelt werden. Lassen Sie sich nicht auf die Warteliste setzen. Fordern Sie einen Beratungstermin ein.

In der "Praxis Sprechzeit" arbeitet die Therapeutin sehr erfolgreich nach dem Konzept Mini-Kids.

Mini-Kids: Direkte Therapie bei Klein-Vorschulkindern
(Von Patricia Sandrieser/ Peter Schneider)

Für wen ist MINI-KIDS?
Mini-Kids richtet sich an Kinder von 2 bis 6 Jahren, die ein chronisches Stottern zeigen. Ein Elternteil ist in den meisten Stunden anwesend. Stottern wird hier nicht vermieden, sondern auftretende Stotterereignisse werden modifiziert.

Kurze Einführung in MINI-KIDS
Kinder zwischen 2-6 Jahren lernen am besten am Modell. Die Therapeutin stottert also in der Therapie so, wie es das Kind auch tun soll, ohne Anstrengung und selbstsicher.
Auch die Eltern müssen das Pseudostottern lernen, damit das Kind das Modell ausreichend oft sieht.
Zusammen mit den Eltern wird eine Umgebung geschaffen, in der das Kind keine Hemmungen hat, zu stottern.
Da es sein kann, dass das Stottern bestehen bleibt, und nicht ganz verschwindet, muss das Stottern enttabuisiert werden. Das Kind wird darauf vorbereitet, unangestrengt und selbstbewusst zu stottern, falls es bestehen bleiben sollte.

Stottern darf in der Therapie nicht tabuisiert werden.
Wenn Kinder Störungsbewusstsein haben sollten, dann kann ihnen dieses durch die Enttabuisierung genommen werden. Sollten die Kinder keines haben und man enttabuisiert das Stottern, gibt es keinen Grund anzunehmen, dass ein Leidensdruck entstehen wird.

Eltern stotternder Kinder sollten folgende Sachinformation erhalten:
Ihr Kind stottert, aber statistisch gesehen hat es gute Chancen, sein Stottern ganz zu überwinden. Wenn das Stottern bestehen bleibt, kann sich ein Kind -ggf. durch entsprechende therapeutische Begleitung- ohne Nachteile im sozialen oder emotionalen Bereich weiter entwickeln.

Eltern in der Therapie
Sind sehr oft anwesend. Aber es gibt Phasen, aus Gründen der Vertraulichkeit, in denen Therapeutin und Kind zunächst alleine arbeiten. Die Mutter kommt dann dazu. Die Eltern werden in die Therapie involviert. Es wird transparent gearbeitet, so dass die Eltern wissen, was man macht und warum man etwas macht.
Die Eltern werden über diese Ebene mit desensibilisiert und sie geben der Therapeutin immer aktuelle Entwicklungen im Stottern des Kindes an. Verunsicherte Eltern kommen so auch in die Lage, sich kompetent im Umgang mit ihrem stotterndem Kind zu fühlen.